Resting Bitch Face  

Viele von euch wissen vielleicht nicht, worum es sich bei einem Resting Bitch Face handelt – eigentlich ist damit ein ganz bestimmter Gesichtsausdruck gemeint (Die Mundwinkel hängen nach unten – man erweckt den Eindruck, dass es einem nicht gut geht oder aber man unnahbar ist). Am Wochenende habe ich einen interessanten Artikel einer Blogger-Kollegin gelesen, die ihre Problematik mit genau diesem Gesichtsausdruck anspricht. (Artikel) Sie beschreibt, dass sie des Öfteren gefragt wird, ob bei ihr denn alles in Ordnung sei und ob sie sich nicht wohlfühlte. Meine Problematik mit diesem Gesichtsausdruck leben zu müssen (weil ich mich für niemanden verstellen möchte), sieht ein wenig anders aus.

Meine Freundin Diana und ich haben uns ausgiebig über dieses Thema unterhalten, weil ich ihr mal wieder mein Leid klagte, dass es in der heutigen Zeit so schwer ist, einen Mann richtig kennen zu lernen oder auch mal angesprochen zu werden. Sie meinte dann nur ganz nüchtern:

»Na ja, das liegt auch an deinem Gesichtsausdruck. Du hast ein typisches Resting Bitch Face.«

In einigen Sätzen erklärte sie mir danach, was genau hinter der Bezeichnung steckt und ich war ein wenig überrascht. Ich wusste zwar, dass ich immer einen sehr ernsten Blick hatte, aber mir war nicht bewusst, dass gerade das viele davon abschrecken konnte mich kennen lernen zu wollen oder mit mir ins Gespräch zu kommen.

Ich wäre froh, wenn sich meine Problematik darauf beschränken würde, dass andere mich immer wieder fragen, ob es mir gut geht – auch wenn ich mir vorstellen kann, dass auch die Fragerei auf die Dauer nervig sein kann.

Aber für mich besteht ein ganz anderes Problem. Ich werde nicht angesprochen, weil ich unnahbar und arrogant wirke, was ich aber eigentlich gar nicht bin. Ganz im Gegenteil. Ich bin humorvoll, lache sehr gerne, viel und auch laut. Aber niemand lernt diese Seite an mir kennen, weil viele mich einfach gar nicht erst ansprechen, mich bereits nach den ersten Sekunden als eingebildet abstempeln und ich als Person in eine Schublade gesteckt werde, aus der ich nur mit viel Arbeit und Mühe herauskommen kann. Gerade auf Geburtstagen oder auch anderen Feiern stelle ich vermehrt fest, dass es mit meiner Mimik Probleme gibt. Meine Mundwinkel erwecken den Eindruck, als sei ich schlecht gelaunt oder wolle mich mit niemandem unterhalten, was nicht der Fall ist. Des Öfteren muss ich auch feststellen, dass ich schräge Blicke ernte und dann auch mal hinter meinem Rücken über mich geredet wird. Wenn ich selbst versuche, proaktiv Gespräche zu beginnen, ernte ich Blicke die Bände sprechen. Es ist nicht immer leicht, aber ich bin auch nicht bereit mich anzupassen, um allen andere zu gefallen. Ich bin einfach so. Und wer mich nicht ernsthaft kennenlernen möchte, der darf getrost wegbleiben. Das mag sich vielleicht stur und hart anhören, aber ich nicht den Zwang verspüren, mich verändern zu müssen, nur um anderen zu gefallen. Das sollte niemand. Jeder von uns ist individuell … sei es in seiner Art, seinen Umgangsformen oder aber auch der vorlauten Klappe. Keiner sollte von der Gesellschaft das Gefühl vermittelt bekommen, sich ändern zu müssen, um dazuzugehören. Bleibt so wie ihr seid und noch viel wichtiger – bleibt so, wenn ich euch wohl damit fühlt!